Ausgabe 01/2010

Kulturmagazin Siam heute Ausgabe 01/2010
Startseite      Botschaften/Konsulate      Kontakt      Pai Co., Ltd.             Thai

 

Asien Kulturfest

Studieren in Thailand

Abruptes Ende der etwas anderen Tempeltour per Tuk Tuk
Kolumne: Erlebnisse im Bangkoker Zentrum

Von Anita Bolte

Bangkok. Ein neuer Tag beginnt – holidays in Bangkok – wir haben keinen Plan, aber in Bangkok gibt es immer etwas zu entdecken und zu erleben. Wir beschließen einen Besuch im Zentrum am Fluss Chao Praya, vielleicht vorbei am Königspalast und Wat Phra Kaeo, aber hauptsächlich in die Khao San Straße, die Touristen-Flaniermeile. Heute nur shoppen – keinen Stress – kein Plan! Beim Gang über den Platz Sanam Luang kommt uns ein älterer, sympathischer Mann entgegen. Er erkennt uns als Touristen, beginnt mit Smalltalk und rät uns, unbedingt diverse Tempelanlagen im näheren Umkreis zu besuchen. Vor allem sei heute freier Eintritt aufgrund eines buddhistischen Feiertages! Unsere thailändischen Freunde haben uns davon gestern nichts gesagt – gibt es nun diesen Feiertag?


Per TukTuk durch Bangkoks Zentrum lassen sich viele Tempel gut besuchen.
Ein liegender Buddha befindet sich im Tempel Samphraya.

Er lässt sich unseren Stadtplan reichen, markiert die von ihm favorisierten sechs Plätze, geht zielstrebig vorweg zur Straße, wobei er uns in die unterschiedlichen Nummernschilder der Tuk Tuks einweist. Niemals nehme man welche mit blauem, rotem, gelbem oder grünem Schild. Nur die mit „schwarz-weißen“ taugen etwas, diese Fahrer wären Angestellte der Stadt und viel günstiger!

Ein Tuk Tuk hält – zufällig mit schwarz-weißem Nummernschild. Ein freundlicher junger Mann springt heraus – auf Handzeichen unseres Beraters, der sich inzwischen als Professor der Thammasat Universität vorgestellt hat. Sogleich redet er auf den Fahrer ein und erteilt Instruktionen über die empfohlenen Ziele sowie Fahrpreis. Für einen Spottpreis von 50 Baht soll er uns zu den Zielen bringen – 60 Baht waren dem vermeintlichen Dozenten für uns zu teuer. Wir wurden nicht gefragt.

Nach etwa einem Kilometer der erste Stopp: die Tempelanlage Samphraya am Fluss mit einem goldenen liegenden Buddha. Fantastisch, wir staunen, machen Bilder – und zurück zu unserem Tuk Tuk. Der Fahrer springt herbei, lacht freundlich, weiter geht’s! Das zweite Ziel: der Tempel Indraviharn – ein goldener, stehender Buddha! Herrlich, wir sind begeistert, machen Bilder – und zurück zu unserem Tuk Tuk. Der Fahrer schlendert herbei, lacht – und weiter geht’s! Der nächste Halt – aber wir sehen keinen Buddha! Ein Seidengeschäft – unser Fahrer deutet uns an hinein zu gehen! Na gut, tun wir ihm den Gefallen! Einmal in die Runde – die freundlichen Angestellten mit einem Kopfnicken abgetan – zurück zum Tuk Tuk! Der Fahrer lässt langsam sein Tuk Tuk an, fährt los und hält nach mehreren 100 Metern. Ein Juwelierladen? Unser Fahrer zeigt uns einen Coupon – wir verstehen: Den erhält er vom Geschäft, wenn wir hinein gehen. Und das gönnen wir ihm gerne, bei dem geringen Fahrpreis! Also hinein, einmal in die Runde, den freundlichen Angestellten zugenickt – und zurück zum Tuk Tuk! Der Fahrer macht seine Zigarette wieder aus, schaut uns an, fährt los, stoppt am Straßenrand und erklärt – was? Ah, er bekommt nur einen Gutschein, wenn wir mindestens zehn Minuten in dem Geschäft verweilen! Er bittet uns nur um zwei weitere Stopps! Na gut, obgleich wir ja eigentlich ...

Eine kurze Fahrt, ein neuer Stopp: Wieder ein Schmuckgeschäft. Der chinesische Inhaber empfängt uns an der Tür, geleitet uns zu seinen Schätzen, während wir verstohlen auf die Uhr schauen. Zehn Minuten können lang sein. Wir täuschen Interesse für einen bestimmten Ring vor. Sogleich werden uns 50 Prozent Rabatt angeboten – der Endpreis: 1050 Euro!

Wir zeigen Unentschlossenheit – ein Blick auf die Uhr – und wir verabschieden uns. Unser freundlicher Tuk Tuk-Fahrer strahlt, lässt uns einsteigen und fährt los – zum nächsten Juwelier, diesmal mit eigener Fabrikation. Nach einer kurzen Führung gelangen wir in den Verkaufsraum: Ringe, Ketten, Armbänder in allen Preislagen – und der nette Verkäufer spricht Deutsch. Nach der Schmuckabteilung gelangen wir in die Halle mit Seidenware und Keramikartikeln. Die Auswahl ist riesig, die Zeit verfliegt im Nu – und jetzt steht unserer Weiterfahrt nichts mehr im Wege! Unser Chauffeur scheint zufrieden – bei einem Ampelstopp zeigt er uns einen Prospekt einer Seidenschneiderei – wir winken ab, zeigen auf unser nächstes Ziel auf dem Stadtplan. Er nickt, bald sind wir dort, steigen aus. Der Buddha ist innerhalb eines Tempels – am Eingang werden wir auf die Kasse verwiesen! Kein freier Eintritt – aber heute soll doch ein Feiertag sein...?!

Wieder beim Ausgang, mit noch drei weiteren Zielen auf dem Plan, gucken wir uns um: Wo ist unser Tuk Tuk? Nicht mehr da! Viele andere – mit blauem, rotem, gelbem, grünem Nummernschild – aber nicht unser mit schwarz-weißem. Wir sind ratlos – was ist geschehen? Jetzt haben wir nicht mal den Fahrpreis bezahlt. Der arme Tuk Tuk-Fahrer. Die nächsten bieten uns ihre Dienste an – wir sind verschreckt und gehen zur Bushaltestelle. Dort sprechen wir einen jungen Mann an: Welcher Bus fährt zur Khao San Straße? Busse halten schließlich garantiert ihre Linie ein. Der Mann ist nicht sicher, fragt die anderen drei Wartenden! Es entsteht eine angeregte Diskussion, man kann sich nicht einigen. Die Thais entscheiden, dass für uns ein Taxi das Beste wäre, halten eines an, nennen unser Ziel. Wir verabschieden aus aufs Herzlichste, steigen ein und innerhalb kurzer Zeit sind wir an der Khao San Straße. Heute nur noch shoppen, keinen Stress!

Pai Company Limited Bangkok









© Copyright Pai Co., Ltd.

info@siamheute.de

Herausgeber: Pai Co., Ltd., 30/93 Moo 10 Garden Villa Soi D, T. Ladsawai A. Lamlukka Pathumthani 12150, Thailand
Tel./Fax: 0066 (0) 2-5695393