Letztes Update: 18.03.2010

   

Kulturmagazin Siam heute Ausgabe 01/2010

Ausgabe 01/2010
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Musikkritiken von Martin Bolte


Taylor Swift: „Fearless“

Taylor Swift ist auf dem Weg die Welt musikalisch zu erobern
Taylor Swift? Wer ist denn das? Wer diese Frage in den USA stellt, würde für seine Unwissenheit wahrscheinlich nur mit einem müden, ungläubigen Lächeln gestraft werden. Denn anders als diesseits des großen Teichs ist die erst 20-jährige Sängerin in den Vereinigten Staaten längst ein absoluter Superstar. Doch auch der Rest der Welt dürfte spätestens seit der Verleihung der „Grammy Awards 2010“ Notiz von der hübschen Überfliegerin aus Pennsylvania genommen haben. Schließlich sicherte sich Taylor Swift den Grammy, seineszeichens der wichtigste amerikanische Musikpreis mit gleichzeitiger globaler Popularität, gleich vier Mal – unter anderem in der Kategorie „Album des Jahres“.

Eben jenes preisgekürte Album heißt „Fearless“, ist die erste internationale Albumveröffentlichung der Sängerin und enthält eingängige Popsongs mit unüberhörbarem Countryeinfluss – mal balladesk, mal schwungvoll. Die Stimmfarbe Taylor Swifts ähnelt dabei in großem Maße der von Avril Lavigne. Außerhalb der USA wohl am bekanntesten sein dürfte die Single „Love Story“. Besonders empfehlenswert sind darüber hinaus das nachdenkliche Stück „Fifteen“ sowie „White Horse“ – ein gefühlvoller Titel, der bereits in der Erfolgsserie „Grey´s Anatomy“ Berücksichtigung fand.


Cascada: „Evacuate the dancefloor“








Cascada ist derzeit der international wohl erfolgreichste Dance-Export aus deutschen Landen, haben doch Sängerin Natalie Horler und ihr Produzententeam etwas, was anderen nationalen Acts in der Regel nicht vergönnt ist: Erfolg in den USA und Großbritannien – Nummer-Eins-Hits inklusive. Den Durchbruch schafften sie im Jahr 2005 gleich mit ihrer ersten Single „Everytime we touch“ – einer energiegeladenen Coverversion des größten Soloerfolgs von Maggie Reilly, ihrerseits besser bekannt als Stimme diverser Mike-Oldfield-Klassiker aus den 1980er Jahren.

Cascada haben seither drei Alben auf den Markt gebracht. Ihr aktuelles Werk heißt „Evacuate the dancefloor“. Die gleichnamige Single treibt den Beat wieder ordentlich voran, während Frontfrau Natalie kraftvoll die Lyrics beisteuert. Anders als in der Vergangenheit mixen Cascada ihren typischen Europop-Dance in diesem Fall aber auch mit Rap-Sequenzen, und so kommt mit Carlprit ein Rapper zu Wort, dessen Part dem Song zusätzlichen Charme verleiht. Auch im weiteren Albumverlauf wissen Cascada zu überzeugen und zu überraschen. Während die meisten der elf Tracks – allen voran „Fever“, „Dangerous“ oder „What about me“ – in gewohnter Manier energiegeladenen Club-Sound liefern, präsentiert sich die Sängerin mit der Ballade „Drawn the line“ von ihrer soften Seite. Die gefühlvolle Nummer ist zwar für die Diskothek gänzlich ungeeignet, gibt Natalie Horler aber die Gelegenheit, auf ungewohntem Terrain zu glänzen.

Ruhige Töne sind auf dem aktuellen Album aber natürlich nur eine Randnotiz, schließlich wollen Cascada dem Club-Publikum so richtig einheizen. Dementsprechend prescht die neue Single „Pyromania“, ein Vorbote des für Herbst geplanten vierten Albums, wieder mit jeder Menge Beats per minute nach vorn und sorgt für Party on the dancefloor.


Amy Macdonald: „A curious thing“
Der historische Park in Sukothai ist besonders zu Loykrathong wunderschön.








Mit „This is the life“ feierte Amy Macdonald vor zwei Jahren ein hochgelobtes Albumdebüt, das obendrein in den britischen Charts den Sprung auf Platz Eins schaffte und in den deutschen mehr als ein Jahr verweilte, davon 35 Wochen in den Top 10. Keine Newcomerin von der Insel war hierzulande mit ihrem Erstlingswerk in den vergangenen zehn Jahren erfolgreicher. Nun macht sich die 22-jährige Echopreisträgerin (Auszeichnung in der Kategorie „Beste Newcomerin International 2009“) mit ihrer zweiten Scheibe „A curious thing“ auf den Weg, der eigenen Erfolgsstory ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.

Abermals besticht die Sängerin und Songwriterin mit der unverwechselbaren Stimme mit authentischem Folk-Pop der besonderen Art, der unter die Haut geht. Inspiration für ihre Texte und die mit den Songs transportierten Stimmungen zieht sie dabei nach wie vor aus ihrem eigenen Leben. Gleich mehrere Titel sind ihrem Lebensgefährten Steve Lovell, einem britischen Profifußballer, gewidmet.

Nicht nur inhaltlich, auch melodisch hat jeder der zwölf Albumtracks seinen ganz individuellen Charakter. Die aktuelle Single „Don’t tell me that it’s over“ vermittelt mit treibendem Sound samt echter Streicher eine bewegende, dramatisch anmutende Atmosphäre. Das schwungvolle „Love, love“, bei dem kein Geringerer als Altmeister Paul Weller die Gitarre spielt, versprüht Lebensfreude. Druckvoll und laut kommt die Schottin auf „Next big thing“ daher, ruhig und nachdenklich präsentiert sie sich auf „What happiness means to me“. Eine nicht minder emotionale Wirkung entfacht der Hidden Track, der sich hinter dem zwölften Song versteckt. Dabei handelt es sich um eine Unplugged-Version Amy Macdonalds von Bruce Springsteens Klassiker „Dancing in the dark“.

Fazit: Es wird schwer, sich dem Zauber Amy Macdonalds zu entziehen – aber wer will das schon?



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