Ausgabe 01/2010

Kulturmagazin Siam heute Ausgabe 01/2010
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Asien Kulturfest

Studieren in Thailand

Einflüsse des alten Reiches
Die Provinz Chiang Mai besticht durch Schönheit, Natur und Kultur

Von Birte Bolte

Der ehemalige Tourismusminister Thailands Weerasak Kowsurat
Pai-Geschäftsführer Jatsada Chuychunu (li.) traf Weerasak Kowsurat in dessen damaliger Funktion als Tourismusminister in Chiang Mai.

Chiang Mai gilt als eine der kulturell bedeutendsten Städte Thailands. Zurückzuführen ist dies auf die Geschichte der Stadt: 1296 hat König Mangrei das Reich im Gebiet des heutigen Nordthailands zusammengehalten. Nach der Einigung mit den Königen zweier Nachbarreiche, König Ramkhamhaeng von Sukothai und König Wimüang von Phayao, begann die goldene Zeit des Reiches Lanna. Ob Architektur, Zeremonien oder buddhistische Schriftstücke – das Reich widmete sich auf zahlreichen Gebieten der Entwicklung seiner Kultur.

Gebremst wurde die Entwicklung durch politische Konflikte: 1558 hat der burmesische König Burengnong das Reich erobert – mehr als 200 Jahre später gelang es dem siamesischen König Taaksin und seinen Verbündeten die burmesische Vorherrschaft zu besiegen. Lanna wurde eine Kolonie von Siam. Mit dem Ende der absoluten Monarchie 1932 endete auch die Zeit des Reiches. Aus Lanna wurde die Provinz Chiang Mai, und die Hauptstadt Nakornnopphaburisrinakornping wurde ebenfalls in Chiang Mai umbenannt.


Kultur spielt in der nordthailändischen Metropole
dennoch nach wie vor eine große Rolle – auch wenn sie im Falle des Songkran- oder Loykrathong-Festes stark auf den Tourismus ausgerichtet ist.

Am besten wird die alte Kultur in den Dörfern der Provinz widergespiegelt. Abseits der Metropole tragen die Menschen regelmäßig traditionelle Kleidung – nicht nur bei zeremoniellen Anlässen, sondern auch bei privaten Feierlichkeiten und manchmal sogar bei Geschäftsterminen. Gesprochen wird der nordthailändische Dialekt, der seine Wurzeln in der Sprache der Lanna hat. „Die Sprache der Nordthailänder klingt stets höflich. Sie deutet zudem auf den feinen, kulturell geprägten Charakter hin“, sagt Chiang Mai-Liebhaberin Funyok Boonsuaykwan (23). Die Politik-Studentin aus Bangkok nutzt regelmäßig ihre Ferien, um in ihre Lieblingsstadt zu reisen.



Eine wunderschöne Gartenanlage umragt den Royal Pavillon bei Chiang Mai

Als besonderen Reisetipp empfiehlt sie einen Tagesausflug zum Doi Tung Palast in der Provinz Chiang Rai. „Der Mae Fah Luang Garten und das Haus der verstorbenen Königsmutter sind wunderschön“, schwärmt die Studentin. Gebaut wurde das Haus im thailändisch-schweizerischem Architekturstil. Königsmutter Srinagarindra hatte sich als junge Witwe 1933 dazu entschlossen, nach Lausanne/Schweiz zu ziehen.

Ebenfalls eine botanische Schönheit ist Chiang Mais „Morning Garden“ beim Royal Pavillon, der anlässlich des 60. Jahrestages der Krönung von König Bhumibol gebaut wurde. Der Pavillon ist ein Beispiel für Architektur im Lanna-Stil. Gebaut wurde er zur Hälfte aus Holz, zur anderen Hälfte aus Beton.

Dass nordthailändische Kultur geschätzt wird, belegen auch die Zahlen der thailändischen Tourismusbehörde: Im vergangenen Jahr reisten mehr als 106.000 Deutsche nach Chiang Mai, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um fast 22 Prozent. Damit bilden die Deutschen die drittgrößte ausländische Touristengruppe – hinter den USA und Malaysia. Die Beliebtheit soll in der Zukunft noch gesteigert werden. Weerasak Kowsurat, Thailands Tourismusminister im Jahr 2008, betrachtet Chiang Mai als wichtigste kulturelle Stadt und möchte die Kultur weiter fördern – eine Förderung, die ohne die Einflüsse der Lanna sehr unwahrscheinlich wäre.

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