Nordthailändische Handwerkskunst
In Baan Tawai wird produziert und verkauft
Von Birte Bolte

Baan Tawai: Kunsthandwerkerdorf in Chiang Mai |
Sein Vater lehrte ihn die Kunst der Fertigung von Tempelfiguren und Dachverzierungen. Ein Porträt-Bild über dem einfachen Schlafgemach im Betonhaus erinnert an ihn. Heute arbeitet Sombat Bhuthep zu Hause. „Ich kann nicht mehr auf den Dächern der Tempelanlagen herum klettern. Dafür bin ich zu alt“, sagt der 60-Jährige. Seit mehr als fünf Jahren fertigt Sombat seine Bildhauerkunst in Baan Tawai, einem Kunsthandwerkerdorf im Amper (Bezirk) Hang Dong bei Chiang Mai.

Sombat Bhuthep fertigt Singha-Löwen. |
Vor einem Laden bestreicht ein Mann seine Holztische mit Farbe. Eine Frau um die 40 Jahre legt vorsichtig Mosaiksteine auf eine 30 Zentimeter lange bunte Vogelfigur. Eine ältere Frau fegt ihren Laden aus. Das Angebot in Baan Tawai reicht von massiven Holzmöbeln über goldene Buddha-Figuren bis zu kleinen Holzkatzen und Glasuntersetzern.
Sombat hat sich auf die Anfertigung von Singhas, fabelwesenartige Löwen, spezialisiert. Für eine etwa 1,80 Meter hohe Figur benötigt er drei Monate. Der Verkaufspreis beträgt 75,000 Baht (1.500 Euro) – nicht viel für ein Viertel Jahr Arbeit, aber er hat für all seine Figuren Abnehmer.
„Ich bin immer auf der Suche nach jungen Leuten, denen ich mein Wissen weitergeben kann. Aber die junge Generation hat kein Interesse an dem Beruf, weil er unwirtschaftlich ist. Das ist schade“, sagt der erfahrene Bildhauer.