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Zwei ungleiche Brüder
Laos und Thailand haben sehr unterschiedliche Wege eingeschlagen
Von Birte Bolte
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Der elftgrößte Fluss der Welt – der Mekong – bildet die natürliche Grenze zwischen dem Königreich Thailand und der Demokratischen Volksrepublik Laos. Lediglich zwei Brücken verbinden die Nachbarstaaten – die erste Freundschaftsbrücke ermöglicht seit 1994 die Überfahrt von der nordthailändischen Provinz Nong Khai nach Vientiane. Weiter östlich zwischen dem nordostthailändischen Mukdahan und dem laotischen Savannakhet thront die vor gut anderthalb Jahren eröffnete zweite Freundschaftsbrücke.
Thailand und Laos gelten aufgrund ihrer Wurzeln als Bruderstaaten. Die laotische Sprache ist mit der thailändischen so stark verwandt, dass eine Verständigung problemlos klappt. Wie Thailand ist auch Laos buddhistisch geprägt. Aufgrund des starken Glaubens vieler laotischer Bürger haben die Nachbarn in Thailand den Ruf, sehr ehrlich zu sein. Ein laotischer Beamte erzählt, wie ein Holzfäller aus seinem Dorf seinen thailändischen Handelspartner „betrogen“ hat: „Seit mehr als zehn Jahren haben die beiden Holzgeschäfte miteinander gemacht. Dann hat er einfach den Partner gewechselt, nur weil der Neue einen höheren Preis geboten hat.“ In Thailand gehört ein solcher Schritt wie in jedem kapitalistischen Land zum Geschäftsalltag.
Doch Laos ist eben kein kapitalistisches Land. Bankautomaten gibt es nicht, und das Kreditsystem wurde erst vor gut einem Jahr eingeführt. Noch immer ist es üblich, ein Auto in bar zu bezahlen. Die überwiegende Mehrheit ist aufs Fahrrad oder auf die dreirädrigen Fahrzeuge „Sam Lom“, die als Linienbusse fungieren, angewiesen. Landwirte haben im besten Fall ein vierrädriges offenes Gefährt, bei dem vor dem Fahrersitz auf einer Holzplatte ein Motor aufgebaut ist.
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Im Jahr 1975 hat sich die Laotische Revolutionäre Volkspartei ohne Blutvergießen an die Macht geputscht und den König gestürzt. Die Einparteienregierung hat den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft vor mehr als 20 Jahren eingeleitet. Doch auch heute ist Industrie kaum vorhanden. Mehr als 80 Prozent der Menschen leben von der Landwirtschaft. Thailand dagegen ist industrialisiert. Die meisten Bürger wünschen sich, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Der eigene Profit ist in Thailand die beste Arbeitsmotivation.
Geografisch hat Thailand den Vorteil des direkten Meereszugangs sowohl zum Golf von Siam im Osten als auch zur Andaman-See im Westen. Sowohl die Industrie als auch die Tourismusbranche profitieren enorm von diesen Voraussetzungen. Laos fehlt jeglicher Meereszugang, was den wirtschaftlichen Handel seit jeher erschwert. Nur wenige Touristen besuchen das südostasiatische Binnenland. Straßen ins Landesinnere sind nicht ausgebaut und noch immer leiden Mensch und Tier unter den Folgen des Vietnamkrieges.
Obwohl es von Seiten der US-Amerikaner nie eine offizielle Kriegserklärung an Laos gab, warfen US-Truppen zwischen 1964 und 1973 laut des amerikanischen Historikers John Bacher während des Vietnam-Krieges mehr Bomben auf Laos ab als während des Zweiten Weltkrieges auf Deutschland und Japan zusammen. Viele sind bis heute scharf.
Für Touristen sicher sind die Städte am Mekong-Ufer. Verstärkt besucht wird seit Kurzem die Grenzstadt Savannakhet. Mit etwa 66.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt in dem sechs Millionen Bürger zählenden Land. Einige Thailand-Liebhaber nutzen einen Kurzurlaub nach Savannakhet, um bei dem dortigen thailändischen Konsulat ein neues Visum zu bekommen.
Nur wenige Kilometer von der Grenzstadt Savannakhet entfernt steht eine mehr als 2.000 Jahre alte buddhistische Pagode – die Prathat Inhang Stupa. Der Legende nach hat Buddha an genau dieser Stelle unter einem Baum gesessen und Essen von den Einwohnern bekommen. Das Wort Inhang bedeutet „sich an den Baum anlehnen“. „Die Pagode wurde auf der Wurzel des Baumes gebaut“, sagt Norgaeo Wongkamdi (60), der als Vize-Dorfvorsteher auch für die Kasse der Pagodenanlage zuständig ist. Der Eintritt pro Person beträgt 5.000 Kip (etwa 20 Baht / 40 Cent).
In dem Innenraum der Pagode steht eine Buddha-Statue: Der Zutritt ist nur Männern gestattet, damit sichergestellt ist, dass Frauen die Buddha-Figur nicht anfassen. Der Grund: Buddha lebte Enthaltsamkeit in jeder Beziehung vor. Er stellte insgesamt 227 Regeln auf. Diese gelten auch heute noch für die buddhistischen Mönche. Eine der Regel schreibt vor, dass jede Berührung zwischen Frau und Mönch verboten ist. Frauen dürfen Mönchen somit auch nichts direkt in die Hand geben – die Essensspende für die Mönche am frühen Morgen wird oftmals von den Frauen zum Tempel gebracht, aber direkt überreicht wird sie von einem Mann – oder das Essen wird vor den Mönchen auf den Boden gestellt.
Alle Baumstämme in der Anlage und an der Straße sind vom Boden bis in etwa einen Meter Höhe weiß gestrichen. „Damit sie schön sind“, erklärt der Vize-Dorfvorsteher. Jedes Jahr im Dezember wird in dieser Pagodenanlage das Fest „Shalong Prathat“ zu Ehren Buddhas gefeiert. Der weiße Anstrich für die Bäume gehört zu den Festvorbereitungen.
Die Arbeit für derartige Festivitäten erledigen die Bewohner noch gemeinsam. „In unserem Dorf, Ban That Inhang, kennt jeder jeden“, sagt Norgaeo. Seit 1994 ist er im Dorfvorstand tätig. Zunächst als Leiter, später als Vize. „Das bestimmen die Bürger mit ihrer Stimme. Derjenige mit den meisten Stimmen wird Dorfvorsteher, der mit den zweit meisten Stimmen wird Vize“, erklärt er. In Thailand wird dagegen nur der Leiter – der Puyai Baan – gewählt. Dieser bestimmt anschließend seinen Stellvertreter.
Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es in vielerlei Hinsicht somit auch stets Beispiele für die großen und kleinen Unterschiede zwischen Laos und Thailand. Der Freundschaft hat dies meistens nicht geschadet, und eine weitere Freundschaftsbrücke ist auch schon in Planung.
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Alle Baumstämme in der Anlage und an der Straße sind vom Boden bis in etwa einen Meter Höhe weiß gestrichen. „Damit sie schön sind“, erklärt der Vize-Dorfvorsteher. Jedes Jahr im Dezember wird in dieser Pagodenanlage das Fest „Shalong Prathat“ zu Ehren Buddhas gefeiert. Der weiße Anstrich für die Bäume gehört zu den Festvorbereitungen. Die Arbeit für derartige Festivitäten erledigen die Bewohner noch gemeinsam. „In unserem Dorf, Ban That Inhang, kennt jeder jeden“, sagt Norgaeo. Seit 1994 ist er im Dorfvorstand tätig. Zunächst als Leiter, später als Vize. „Das bestimmen die Bürger mit ihrer Stimme. Derjenige mit den meisten Stimmen wird Dorfvorsteher, der mit den zweit meisten Stimmen wird Vize“, erklärt er. In Thailand wird dagegen nur der Leiter – der Puyai Baan – gewählt. Dieser bestimmt anschließend seinen Stellvertreter. Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es in vielerlei Hinsicht somit auch stets Beispiele für die großen und kleinen Unterschiede zwischen Laos und Thailand. Der Freundschaft hat dies meistens nicht geschadet, und eine weitere Freundschaftsbrücke ist auch schon in Planung. Alle Baumstämme in der Anlage und an der Straße sind vom Boden bis in etwa einen Meter Höhe weiß gestrichen. „Damit sie schön sind“, erklärt der Vize-Dorfvorsteher. Jedes Jahr im Dezember wird in dieser Pagodenanlage das Fest „Shalong Prathat“ zu Ehren Buddhas gefeiert. Der weiße Anstrich für die Bäume gehört zu den Festvorbereitungen.
Die Arbeit für derartige Festivitäten erledigen die Bewohner noch gemeinsam. „In unserem Dorf, Ban That Inhang, kennt jeder jeden“, sagt Norgaeo. Seit 1994 ist er im Dorfvorstand tätig. Zunächst als Leiter, später als Vize. „Das bestimmen die Bürger mit ihrer Stimme. Derjenige mit den meisten Stimmen wird Dorfvorsteher, der mit den zweit meisten Stimmen wird Vize“, erklärt er. In Thailand wird dagegen nur der Leiter – der Puyai Baan – gewählt. Dieser bestimmt anschließend seinen Stellvertreter.
Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es in vielerlei Hinsicht somit auch stets Beispiele für die großen und kleinen Unterschiede zwischen Laos und Thailand. Der Freundschaft hat dies meistens nicht geschadet, und eine weitere Freundschaftsbrücke ist auch schon in Planung.
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