Letztes Update: 06.12.2010

     
NEU: SIAM HEUTE BIETET ERLEBNISREISEN AN!!!
Mit den Experten von Siam heute Thailand erkunden...
   
Aktuelle Reise-Programme
(13 Tage Mitte & Nordthailand ab Deutschland 1.590 Euro inkl. Vollpension)

Eindrücke von der ersten
Siam heute-Thailand-Rundreise
Startseite
REISEBERICHTE KULTURBERICHTE INTERVIEWS KOLUMNE IMMOBILIEN-TIPPS FAHREN IN THAILAND BUCHREZENSIONEN




Vietnam – eine laute Schönheit
Hanoi und die Halong Bucht bieten Geschichte, Natur und Hupkonzert

Von Birte Bolte

Das Ho Chi Minh Mausoleum in Vietnams Hauptstadt Hanoi
Der Leichnam des 1969 verstorbenen
Ho Chi Minhs ist in einem Mausoleum
in Hanoi aufgebahrt.

Hanoi/Halong Bay. Eine aktuelle Werbekampagne der Bangkoker Verwaltung weist die Bürger darauf hin, dass das Verhalten im Straßenverkehr die Disziplin des Landes widerspiegelt. Sollte das stimmen, ist es um die Disziplin der Vietnamesen schlecht bestellt. Im ganzen Land wird permanent gehupt. Während Reiseleiter Geung aus Hanoi den Lärm durchaus als lustig empfindet, ist seine Kollegin Chan genervt: „Das Gehupe ist schrecklich. Warum muss immer gehupt werden?“ Eine Frage, die nicht wirklich beantwortet werden kann. Das beliebte Instrument wird auch verwendet, wenn ein anderes Fahrzeug noch ein paar Hundert Meter entfernt ist.

Dabei ist die Verkehrssituation in Hanoi noch erstaunlich akzeptabel für eine aufstrebende Metropole. Zwar teilen sich mehr als drei Millionen Roller die Straße mit Rikschas, Fahrrädern, Pkw und Lkw, aber Kilometer lange Staus in der sechs Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Vietnams sind selten.

„In den letzten zehn Jahren hat sich Vietnam sehr entwickelt. Viele Menschen haben sich einen Roller gekauft“, sagt Tour Guide Dang. Für ein Auto reicht das Gehalt jedoch nicht: „Das Durchschnittseinkommen in Hanoi und Ho Chi Minh City beträgt 200 US-Dollar, im Rest Vietnams nur 100 Dollar“, sagt der Reiseleiter aus Hue, der alten Kaiserstadt in der Mitte des Landes. Das Rechnen und Bezahlen in Dollar ist durchaus üblich, da mit Vietnamesischen Dong jeder Millionär ist – 100.000 Dong entsprechen vier Euro.

Die meisten Studenten in Hanoi haben weniger als 80 Euro im Monat zur Verfügung. „Viele werden von den Eltern finanziert und mehr Geld ist nicht drin“, sagt Chan Nguyen. Somit ist auch das Studentenleben eingeschränkt. „Die Reichen gehen in Nachtclubs oder Restaurants, aber die jungen Leute mit wenig Geld gehen abends in den Park oder mal ins Kino“, sagt die 20-Jährige. Insbesondere bei der einfachen Bevölkerung ist das Karaoke-Singen beliebt. „Das wird gerne an besonderen Tagen wie Geburtstagen gemacht“, sagt die junge Frau.

Karaoke-Schilder sind in der vietnamesischen Hauptstadt vielfach zu sehen, wenn auch nicht so oft wie die Bezeichnung Café, die für Cafés nach europäischer Vorstellung sowie auch Restaurants, Bars oder Garküchen ähnelnden Lokalen verwendet wird.

In Phichit werden Marian-Pflaumen angebaut
1994 erklärte die UNESCO die Halong Bucht zum Weltnaturerbe.

Touristen können dies eindrucksvoll im Old Quarter in Hanoi sehen. In der Altstadt sind Luxushotels und historische Gebäude wie die Oper oder das unterhaltsame Wasser-puppentheater am Hoan Kiem-See ebenso beheimatet wie einfache Nudelsuppenküchen mit Mini-Hockern und flachen Tischen auf dem Bürgersteig.
Beste Einkaufsmöglichkeiten bietet die Hang Dao-Straße. Handeln ist hier ein Muss, da von Ausländern ein Vielfaches vom annehmbaren Preis verlangt wird. Am Ende nur 30 Prozent des ersten Angebotes zu zahlen, ist durchaus möglich.

Doch nicht nur die Hanoier Altstadt ist ein Erlebnis – die vielleicht beeindruckendste Erinnerung an die vietnamesische Geschichte ist der Leichnam Ho Chi Minhs. Dass der Gründer Nordvietnams bereits vor 41 Jahren verstarb, sieht man dem schlafend aussehenden Körper, der im Ho Chi Minh Mausoleum aufgebahrt ist, nicht an. 1945 wurde Ho Chi Minh Präsident des Nordens. 1954 besiegte seine Armee die Franzosen und so erhielt Vietnam seine Unabhängigkeit zurück – ein Umstand, der in der Vergangenheit selten war. Erst im Jahr 938 kam das Ende der 1000 Jahre andauernden chinesischen Besatzung. 1010 wurde Hanoi gegründet, weshalb im Oktober diesen Jahres eine große Feier zum 1000. Geburtstag veranstaltet wird. In den folgenden Jahrhunderten musste Vietnam immer wieder gegen chinesische Eindringlinge um seine Unabhängigkeit kämpfen. Verloren ging diese im Jahr 1863 – der Gegner war dieses Mal nicht China, sondern das militärisch überlegene Frankreich. Bis zur Befreiung durch Ho Chi Minh blieb Vietnam eine französische Kolonie. Vereinigt war das Land dennoch nicht: Die Demarkationslinie zwischen Nord- und Südvietnam besiegelte die Trennung. Während der Süden im Hintergrund von den USA regiert wurde, etablierte Ho Chi Minh im Norden ein kommunistisches Regime. Im Wiedervereinigungspalast Saigons wurden Nord und Süd 1976 aufgrund des siegreichen Vietcongs wieder vereint. 120.000 Südvietnamesen, die die USA unterstützt haben, mussten per Schiff fliehen und erhielten so den Namen „Boatpeople“.

Drei Jahre nach der Wiedervereinigung besiegelte Vietnam das Ende des Terrorregimes im benachbarten Kambodscha. Gerächt wurde die Befreiung des kambodschanischen Volkes von der chinesischen Armee, die in den Norden Vietnams einzog.

Die wirtschaftliche Öffnung Vietnams erfolgte im Jahr 1986 unter dem Präsidenten Doi Moi, und seitdem wird Vietnam auch für Touristen immer interessanter.

Bei einer Vietnam-Reise darf die 160 Kilometer von Hanoi entfernte Halong Bucht (Ha Long Bay) nicht fehlen. Mit 2000 zum Teil kleinsten Inseln stellt die Halong Bucht eine einzigartige Turmkarst-Landschaft dar. 1994 erklärte die UNESCO die Halong Bucht zum Weltnaturerbe. Eine mehrstündige Bootsfahrt auf stilvollen hölzernen Schiffen wird auch mit Mittagessen angeboten. Wer mehr Zeit in der Natur genießen will, sollte sich auf der Cat Ba-Insel, eine beliebte Urlaubsinsel in der Halong Bucht, einquartieren.

Ein Bonbon bietet Vietnam für Kartenspielfreunde: Während dieses Hobby zum Schutz der um Geld spielenden Bürger in vielen asiatischen Ländern verboten ist – zumindest in der Öffentlichkeit -, werden in Vietnam vielerorts die Karten gemischt. Dass auch hier um Geld gespielt wird, lässt sich nicht nur leicht beobachten, sondern auch abends auf den Gassen sehen: Neu aussehende Karten wurden achtlos weggeworfen – um keine gezinkten Karten zu riskieren, werden diese eben nach dem Spielen entsorgt, für die nächste Partie werden neue Karten genommen.


REISETIPP:
Es empfiehlt sich für Vietnam eine Vietnam-Rundreise oder Einzelbausteine bei einem lokalen Reiseveranstalter zu buchen. Siam heute kann aus eigener Erfahrung den Service von HopvietTravel, einem Anbieter aus Hanoi, sehr empfehlen.




Fremdsprachen bei der Sprachschule interlacs in Rangsit erlernen
International Language
and Communication School




Pai Company Limited Bangkok









© Copyright Pai Co., Ltd.

info@siamheute.de

Herausgeber: Pai Co., Ltd., 30/93 Moo 10 Garden Villa Soi D, T. Ladsawai A. Lamlukka Pathumthani 12150, Thailand
Tel./Fax: 0066 (0) 2-5695393