Ausgabe 01/2010

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Asien Kulturfest

Studieren in Thailand

Mit Strafen zur Ordnung
Singapur ist in vielerlei Hinsicht ganz besonders

Von Birte Bolte

Das Finanzzentrum am Singapore River ist gleichzeitig die Kneipenmeile
Singapurs Skyline

Changi-Flughafen Singapur: Passagiere haben Zugang zu Internet und Computerspielen – kostenlos. In der Ankunftshalle blüht es rund um einen Springbrunnen. Gärtner kümmern sich um die Beete. Nirgendwo ist Müll zu sehen. Das ist Singapur.

Auf einer Toilette weist ein Comic-Strip darauf hin, dass Hände gefönt und nicht trocken geschüttelt werden müssen. Sonst könnte jemand auf den Wassertropfen ausrutschen. In den U-Bahnhöfen sind Verbotsschilder zu sehen. Bei Missachten drohen Strafen: Rauchen kostet 1.000 Singapur-Dollar (etwa 500 Euro), Essen und Trinken 500 SGD, das Mitführen von entzündbaren Gegenständen und Gas 5.000 SGD. Selbst die beliebte Durian (Stinkobst) hat ein eigenes Verbotsschild bekommen. Daneben gibt es Tausende weiterer Regeln: Oben ohne Baden wird ebenso bestraft wie das Wegwerfen von Müll. Kaugummis sind auch nur auf Rezept zu bekommen, das beugt unschönen Kaugummiflecken effektiv vor. Auch das ist Singapur – „the fine city“, so der doppeldeutige Spitzname: „Fine“ bedeutet nicht nur fein/schön, sondern auch Strafe.

Die Republik Singapur, in der seit 1959 stets die gleiche Partei regiert, ist die Heimat von mehr als vier Millionen Menschen, die auf einer Fläche kleiner als die thailändische Insel Phuket zusammenleben. Kulturelle Viertel wie Chinatown, Little Arabia oder Little India verleihen der modernen Wirtschaftsmetropole mit den direkt am Wasser gelegenen Hochhäusern einen ganz speziellen Charme.

Der Beginn des erfolgreichen Handelzeitalters in der Stadt, die nach dem Tier Löwe („Sing“) benannt wurde, wird mit der Ankunft von Sir Thomas Stamford Raffles im Jahr 1819 verbunden. Er schuf für die British East India Company einen strategisch günstigen Handelsposten: Die geographische Lage Singapurs als Schlusspunkt der malaiischen Halbinsel an der Straße von Malakka, eine der meist befahrenen Meerengen der Welt, hatte Singapurs Hafen jahrelang zum größten der Welt gemacht – in puncto Handelsvolumen hat Shanghai die Häfen Singapur und Rotterdam seit 2005 von der Spitze verdrängt.

Wichtige Handelsstrecke: Die Straße von Malakka
Die Straße von Malakka zwischen der malaiischen Halbinsel und Indonesien: eine der meistbefahrenen Meerengen der Welt

Sollte Thailand jemals einen Kanal im Süden des Landes bauen, was erstmalig König Rama I vor etwa 200 Jahren in Erwägung zog und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von thailändischen Regierungen immer wieder diskutiert wurde, träfe das Singapur und Malaysia hart.

Tourismus könnte die Einnahmenausfälle jedenfalls nicht wettmachen. „Singapur ist zu klein und teuer“, sagt der thailändische Kellner Nui. Der Mittfünfziger ist vor 20 Jahren in den Stadtstaat gekommen. Heute arbeitet er in einem Thai-Restaurant am Boat Quay – einem der zwei Gastronomie-Kais am Singapur Fluss. „Die meisten Gäste sind auf der Durchreise nach Australien oder Neuseeland oder eben auf dem Rückweg“, sagt Nui. Ein- bis zwei Tage sei die normale Verweildauer. Doch auch die Anzahl dieser Touristen verringere sich laut Nui: „Aufgrund der weltweiten Krise kommen seit zwei Jahren auch hier weniger Urlauber her.“ Er selbst denkt so langsam an seinen Ruhestand: „Ich fahre alle sechs Monate zu meiner Familie nach Nordthailand – mein Sohn lebt dort, und so langsam möchte ich gerne wieder nach Hause ziehen.“ Ursprünglich wollte er sowieso nur zwei Jahre bleiben.

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