Letztes Update: 15.04.2010

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Ausgabe 01/2010

Kulturmagazin Siam heute Ausgabe 01/2010
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Songkran ist das thailändische Neujahrsfest
Das Wasserfest findet im April statt

Von Birte Bolte

Jedes Jahr vom 13. bis 15. April wird in Thailand Songkran gefeiert. Das ursprünglich buddhistische Fest ist auch als Wasserfest und thailändisches Neujahrsfest bekannt. Kinder spritzen mit Wasserpistolen, die jungen Erwachsenen verfrachten Wasserkübel auf die Ladefläche ihrer Pick-ups und los geht das feuchtfröhliche Vergnügen.


Kinder spritzen zu Songkran mit Wasser - Wasserfest in Pattaya

Bevor der neumodische Part des Wasserfestes beginnt, feiern Thailänder im Kreis ihrer großen Familie. Die Älteren tröpfeln ein paar Wassertropfen auf die Hände der jüngeren Familienmitglieder und sprechen ihnen ihre besten Wünsche aus. Das Neujahrsfest hat in Thailand und den buddhistisch geprägten Nachbarländern wie Burma, Laos und Kambodscha eine jahrhundertealte Tradition. Die Ursprünge wurden nicht schriftlich festgehalten, weshalb der Beginn nicht genau bestimmt werden kann.

Wie das Fest begangen werden sollte, wurde mündlich übertragen und wird bis heute von vielen eingehalten: So sollen die Menschen an diesen drei Tagen nur Gutes tun. In jedem Dorf und in jeder Stadt steht eine buddhistische Statue, zu der viele Menschen fahren. Sie sollen zu den Seelen ihrer Vorfahren und mit den Mönchen beten, gut kochen und den Mönchen und armen Menschen von ihrem Essen abgeben. Kurz gesagt: Sie sollen „Tambun“ leisten. Tambun bedeutet, eine gute Tat zu vollbringen, um später im Gegenzug wieder etwas Gutes zurück zu bekommen. Dahinter steht die Überzeugung, dass Gutes mit Gutem belohnt wird. Gleichzeitig beinhaltet der buddhistische Glaube, dass schlechte Taten ebenso auf einen zurückfallen.

Eine alte Tradition, die insbesondere in den Städten kaum noch begangen wird, ist das große Kuchen backen und Nachtisch kochen. Kuchen und Nachtisch bezeichnen die Thais als „Kanom“. Nach der Küchenarbeit gehen die Kinder mit dem Kuchen und Nachtisch zu den Nachbarn, um die Köstlichkeiten zu tauschen. Wieder zurück zu Hause isst die ganze Familie gemeinsam die vielen verschiedenen ertauschten Kanom.

Das Wort „Songkran“ stammt aus der alten Sprache Sansakrit. Das heutige Thai hat seinen Ursprung unter anderem in dieser Sprache. „Songkran“ bedeutet etwa „erster Schritt“, „Anfang“. Gemeint ist der Beginn des neuen Zwölf-Monats-Kreises – somit der Anfang des neuen Jahres. Eine Legende zum Songkran-Fest geht auf den Engel Tao Grabin Prom zurück. Er hatte mit einem hinduistischen Gott um seinen Kopf gewettet und verloren. Laut Legende ist dieser Kopf mit Zerstörung verbunden. Die einzigen Retter der Welt sind des Engels sieben Töchter, genannt Nang Songkran, Frau Songkran. Die Anzahl sieben repräsentiert die Anzahl der Wochentage. Als der Kopf weggeworfen wurde, hat eine der Töchter den Kopf mit ihrer heiligen Schale (auf Thai: „pan“) gefangen, um das Universum vor der Zerstörung zu bewahren.

Seitdem wird an Songkran im Paradies eine Karawane veranstaltet: Eine der Töchter präsentiert diesen Kopf im Himmel, damit die Paradiesbewohner Songkran feiern können. Die Karawane erfolgt innerhalb der drei Festtage. Der Beginn ist für thailändische Vorhersager bedeutend. Die bedeutendsten Vorhersager (auf Thai: „Huan Luang“) stehen im Dienst des Königs. Sie richten ihr Horoskop, das Gutes oder Schlechtes für das neue Jahre verheißen kann, nach diesem Zeitpunkt aus und lassen es kurz vor dem Songkran-Fest über die Medien verkünden. Doch auch wenn der Huan Luang Schlechtes verkündet, ist die gute Laune der Thais nicht in Gefahr. Songkran ist mit Spaß und Freude verbunden, was auch die Touristen zu schätzen wissen.


REISETIPP:
In vielen Reisegebieten wird vom 11. bis zum 16. April gefeiert. Besonders die nordthailändische Stadt Chiang Mai hat sich inzwischen zu einem äußerst beliebten Festort entwickelt. Eine Auflistung besonderer Orte für die Neujahrsfeierlichkeiten gibt die Tourismusbehörde.

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