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Schwimmende Lichter und fliegende Lichter
Loy Krathong wird auch als Lichterfest bezeichnet
Von Birte Bolte
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Seit dem 13. Jahrhundert lassen die Menschen im Gebiet des heutigen Thailand Gewässer und Himmel erleuchten. Am Tag des Vollmondes im zwölften Monat nach dem Mondkalender wird das Lichterfest Loy Krathong gefeiert.
„Loy“ bedeutet „fließen“. Als „Krathong“ bezeichnen die Thais eine ursprünglich aus Bananenstaudenblättern gebastelte Lotusblüte mit einer Kerze, die ins Wasser gelassen wird. Aufgrund des hohen Wasserstandes kurz nach Ende der Regenzeit haben die Krathongs gute Chancen, weit zu schwimmen. Daneben lassen die Menschen selbstgebastelte Laternen mit Kerzen an dünnen Stöckchen in den Himmel steigen. Der Legende nach hat die Frau eines Herrschers im Sukhothai-Reich die Tradition eingeläutet. Noppamas, so ihr Name, begründete die Zeremonie, um Buddha zu gedenken. Bei vielen lokalen Loy Krathong-Veranstaltungen wird ein Schönheitswettbewerb ihr zu Ehren durchgeführt. Gesucht wird die „Miss Noppamas“.
Im Laufe der Zeit hat das Fest eine zweite Bedeutung gewonnen. Die Menschen beten zur Göttin der Flüsse, der Pra Mae Kongka. Sie danken ihr und entschuldigen sich für den Gebrauch ihrer Gewässer als Wasser- und Nahrungsquelle.
So erinnern die Behörden auch jährlich die Bevölkerung daran und bitten die Menschen, die Krathongs aus natürlich abbaubaren Materialien zu basteln. Im Zuge der Modernisierung hatte sich Styropor als beliebter Krathong-Rohstoff herauskristallisiert.
Die Botschaft scheint angenommen zu werden. Neben Krathongs aus Bananenstaudenblättern werden immer häufiger Lichter auf Broten ins Wasser gelassen.
Während die Thais Loy Krathong feiern, wird in Indien Dev Deepavali zelebriert. Es ist möglich, dass das thailändische Lichterfest auf die indische Tradition zurückzuführen ist. Lichter werden in dem südasiatischen Land sowohl auf dem Festland erleuchtet als auch auf dem Wasser schwimmen gelassen.
Verschiedene hinduistische Mythen existieren bezüglich des Ursprunges des Festes. Eine besagt, dass die Zeremonie zu Ehren der Hochzeit des Götterpaares Lakshmi und Lord Vishnu gefeiert wird. In Bengal ist das Fest der Gottheit Kali gewidmet. Einer anderen Erklärung zur Folge hat die Gottheit Sri Krishna den Dämon Narakasura besiegt. Laut einer weiteren mythischen Version ist Gott an diesem Tag vom Himmel in den Fluss Ganges hinabgestiegen.
In Indien gilt Licht als Symbol für Wissen und Weisheit – auch dies wird als eine der Bedeutungen für die traditionelle Zeremonie angegeben. So wird dieses Fest auch als Gelegenheit genutzt, um Mitmenschen zu verzeihen.
Sowohl in Indien als auch in Thailand wohnen viele Touristen dem Lichterschauspiel bei. Als besonderer Schauplatz in Indien empfiehlt sich die historische Stadt Varanasi am Ufer des Ganges. In Thailand zählen die Festlichkeiten an ihrer Ursprungsstelle Sukhothai zu den beeindruckendsten.
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